Oldtimer einwintern: 10 Tipps aus der Werkstatt

Kurz gesagt
Vor dem Einwintern den Wagen auch von unten waschen, das Öl wechseln, volltanken, die Batterie an ein Erhaltungsladegerät hängen, die Reifen etwas stärker aufpumpen und die Handbremse nicht anziehen. In einem trockenen, belüfteten Raum unter einer atmungsaktiven Abdeckung abstellen, nie unter Plastik. Den Motor besser nicht nur kurz laufen lassen.
Warum der Winter der Feind ist
In der Schweiz und in Norditalien bringt der Winter drei Dinge, die Oldtimer nicht mögen: Streusalz auf den Strassen, Feuchtigkeit und kalte Garagen, in denen sich Kondenswasser bildet. Ein Fahrzeug, das vier oder fünf Monate ohne Vorbereitung steht, hat im Frühling oft eine leere Batterie, festsitzende Bremsen, Standplatten und im schlimmsten Fall neuen Rost.
Die 10 Tipps
- Gründlich waschen, auch von unten. Salz und Schmutz in den Radkästen und am Unterboden arbeiten den ganzen Winter. Danach gut trocknen, auch Türen und Kofferraum.
- Lack und Chrom schützen mit einer Schicht Wachs als Barriere gegen Feuchtigkeit.
- Öl vorher wechseln, nicht nachher. Altöl enthält saure Rückstände, die monatelang im Motor bleiben.
- Volltanken. Ein voller Tank enthält weniger Luft und damit weniger Kondenswasser. Bei langer Standzeit hilft ein Stabilisator, damit moderner Kraftstoff nicht altert.
- Batterie: an ein Erhaltungsladegerät hängen oder den Minuspol abklemmen.
- Reifen: etwas mehr Druck als üblich oder, bei langer Standzeit, das Fahrzeug aufbocken, um Standplatten zu vermeiden.
- Keine Handbremse. Die Beläge können an den Trommeln festkleben: besser einen Gang einlegen und Keile unter die Räder.
- Innenraum und Verdeck: reinigen, Leder pflegen und Feuchtigkeitsabsorber in den Innenraum legen. Das Verdeck geschlossen und trocken lassen: monatelang gefaltet, bekommt es Knicke.
- Atmungsaktive Abdeckung, nie Plastik. Plastik hält das Kondenswasser direkt auf dem Lack.
- Vorsicht vor Mäusen. Keine Lebensmittel in der Garage; wer Auspuff und Luftansaugung verschliesst, legt einen Zettel aufs Lenkrad, um im Frühling daran zu denken.
Ideal ist ein trockener, belüfteter Raum. Er muss nicht beheizt sein; wichtig ist, dass die Feuchtigkeit nicht stark schwankt.
Ab und zu starten?
Den Motor fünf Minuten in der Garage laufen zu lassen, schadet mehr, als es nützt: Er wird nicht warm, und das Kondenswasser bleibt in Motor und Auspuff. Entweder eine richtige Fahrt von mindestens zwanzig Minuten an einem trockenen Tag auf salzfreien Strassen – oder den Wagen ruhen lassen.
Im Frühling
Vor der ersten Fahrt Reifendruck, Flüssigkeiten, Bremsen und Licht prüfen. Die ersten Kilometer ruhig fahren und den Motor gut warm werden lassen.
Der Winter ist Restaurierungszeit
Braucht Ihr Fahrzeug Blecharbeiten, Sattlerarbeiten oder ein neues Verdeck, ist der Winter der richtige Zeitpunkt: im Herbst bringen, im Frühling fertig abholen. Für Kunden in der Schweiz können wir die Abholung im Herbst und die Rückgabe im Frühling organisieren.
Häufige Fragen
Kann ich den Oldtimer in einer unbeheizten Garage einwintern?
Ja, wenn sie trocken und belüftet ist. Wichtiger als die Kälte sind Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.
Soll ich den Motor im Winter ab und zu laufen lassen?
Nur bei einer richtigen Fahrt von mindestens zwanzig Minuten auf trockenen, salzfreien Strassen. Kurz im Stand laufen lassen erzeugt Kondenswasser im Motor.
Wann bringe ich den Wagen am besten zur Restaurierung?
Im Herbst: Gearbeitet wird im Winter, und im Frühling ist das Fahrzeug bereit.



